
Saskia Reis
„Scheiße und Gold“ (Videoprojektionen)
Zur Museumsnacht eröffnet Saskia Reis ihre Ausstellung „Scheiße und Gold“ im Rahmen der Aschaffenburger Kulturtage. Eine weibliche, mit goldenen Strängen in die häusliche Struktur festgebundene Skulptur sprengt die Decke des Glashauses im Arkadenhof der Kunsthalle Jesuitenkirche. Persönliche Memorabilia geben Hinweise auf Formen familiärer Gewalt. Im Kornhäuschen zeigt die Künstlerin zwei Videoprojektionen: Sie collagiert verschiedene, in Interviews entstandene Aussagen von Betroffenen patriarchaler Gewalt. Die andere Arbeit setzt sich tiefer mit Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen einer Frau auseinander, die sich nach vielen Jahren aus einem komplexen Geflecht häuslicher Gewalt befreit. Dieser langwierige Akt ist nur der erste Schritt. Es folgen weitere Kämpfe: Flashbacks, Nachtrennungsgewalt, Jugendämter und Strukturen, die oft nach dem Prinzip „Reden ist Silber …“ funktionieren, während es für Betroffene und Kinder darum geht, aus Scheiße Gold zu machen.
Saskia Reis ist eine in Aschaffenburg geborene Künstlerin und Journalistin. Nach ihrem Studium an der Hochschule Hannover und an der University of the Arts London folgten weitere Stationen, darunter unter anderem die Universität der Künste Berlin und das Visual Storytelling der Süddeutschen Zeitung. 2023 gewann sie den 1. Kunstkubus-Preis des Kunstleeren Raums in Würzburg. Sie war Residenzkünstlerin in Slowenien, Stipendiatin des ifa Instituts für Auslandsbeziehungen, unterrichtet an der Hochschule Hannover und ist Mentorin für Graduierende an der University of the Arts London. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Schöllkrippen.
Die Ausstellung ist auch außerhalb der Kulturtage vom 11. Juli bis 19. September zu sehen.
Eintritt: Kostenlos
Öffnungszeiten: frei einsehbar